Freitag, 5. Mai 2006

VerkehrsROWDY

Offener Brief an die Autofahrer

Sehr geehrte Autofahrer,

vielleicht sind Sie sich garnicht bewusst, vielleicht fehlt Ihnen aber auch nur der nötige Überblick. Aber gerne will ich sie über die Situation eines täglichen, mitnutzenden Verkehrsteilnehmers auf 2 Rädern ohne Motor aufklären.

So gibt es also Leute wie mich, die auch gerne mal Dinge per Fahrrad (dieses Ding auf zwei Reifen ohne Motor) erledigen. Nicht das wir es lieben dabei die Abgase ein und wieder aus zu atmen. Nein wir machen das um einfach anstatt den Motor anzuwerfen und teures Benzin oder Diesel zu verbrennen, den Weg per Muskelkraft zurück zu legen, und weil es Spaß macht. Spaß macht es aber nur dann, wenn man von Verkehrsteilnehmern wie ihnen auch als ebenso vollwertiger am Verkehr teilnehmender gesehen wird. Wobei wir beim nächsten Stichpunkt wären.........

Gesehen werden!!! Mit Helm gerüstet fahre ich wirklich immer rechts am Fahrbahnrand. Genügend platz lassend das man mich auch gut überholen kann. Zudem halte ich ebenso vorschriftsmäßig an einer Roten Ampel auf höhe wo ich mich ebenso als Autofahrer einordnen müsste. Nur wenn es der Platz Rechts erlaubt bequem und ohne schlängeln bis zur Ampel direkt vor zu kommen, oder auf der Fahrbahn ein Radweg ist, nutze ich diese Möglichkeit um ein paar Meter weiter vorne zu stehen. Leider ist es nun so, das ich immer für plötzlich rechtsabbiegende Autofahrer, also Leute wie Sie mitdenken muss. Ständig die ungewissheit im Nacken wieder einmal übersehen worden zu sein, halte ich bremsbereit meine Finger am Bremshebel. Vielelicht könnten Sie sich einfach einmal angewöhnen etwas aufmerksamer den Verkehr rechts neben Ihnen zu verfolgen, oder Ihren Spiegel sowohl rechts aussen als auch mittig im Wagen inneren zu benutzen. Zudem wäre ein benutzen des rechten Blinkers auch für mich sehr hilfreich zu erkennen wenn sie wirklich abbiegen möchten.

Apropos Abbiegen und Radweg, wo wir beim nächsten wichtigen Thema wären. Es gibt inzwischen reichlich viele Radwege besonderst in der Stadt. Leider haben hier aber wohl vorwiegend nichtbikende Ämter den Bau an der ein oder anderen Stelle genehmigt. Denn meinst ist der Radweg nur eine "billige" Kompromiss Lösung. Besonderst dann wenn er einfach mit auf den Fußgänger (auch Gehweg genannt) Weg geklatscht ist. Nicht nur das ständige auf und ab ist nervig, sondern auch die immer dort parkenden Autos. Nein man wird hier von Rechtsabbiegenden Autos noch schneller übersehen. Ausserdem halte ich es für den Fußgänger der gerade aus einem Hauseingang oder Laden kommt für gefährlich wenn er dann gleich mitten auf dem Radweg steht, aber das ist eine andere Geschichte.

Und weil ich als Radfahrer gerne von Autofahrern gesehen werden will, benutze ich NUR Radwege wenn sie ebenerdig auf dem Niveau der Straße führen. Es ist von mir also keine Willkür, sondern dient meiner eigenen Sicherheit. Leider erlebe ich es dann extrem häufig, das sich, wenn ich mich gerade fahrend, rechts auf der Straße befinde, obwohl auf dem Gehweg ein Radweg ist, das Autofahrer wie Sie genau neben mir ihr Tempo verringern, ihr Fenster herunter Kurbeln und wild anfangen mit den Händen zu fuchteln um mir den Satz " Da oben ist ein Radweg" mit erboster Stimme zuzuschreien.

Ich bin weder taub noch blind liebe Autofahrer, aber würden Sie mich nicht ständig übersehen, würde ich auch lieber mal einen Radweg auf dem Gehweg benutzen. Leider ist mir dies aber wegen aufgezeigten umständen nicht möglich. Vielleicht sollten Sie sich einfach auch einmal auf das Ding mit zwei Rädern ohne Motor setzen und einfach einen Tag lang durch die Stadt fahren. Vielleicht passiert es Ihnen dann auch das sie ca 3 x in der Stunde im Durchschnitt von rechts abbiegenden Autos übersehen werden. Vielleicht wird Ihnen dann die Gefahr bewusst welche wir uns aussetzen!!

Vorgestern ist hier in der Stadt SO eine junge Frau mit 25 Jahren ums Leben gekommen!!!

Es grüßt

Eine Bikende Autofahrerin

13 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

tja liebe tanja...so ist das leider.

wie du ja weisst, wurde ich vor 2 wochen von solch einer autofahrerin vom rad geholt...erst in entgegengesetzter richtung auf dem randstreifen parken und dann beim losfahren noch nicht mal auf den verkehr achten...und peng!

dabei bilde ich mir ein, mit meinen knapp 15 jahren mtb und rr erfahrung schon einigermaßen fahren zu können. ein kind mit rad, wie so oft ohne helm (:, hätte die sache sicher nicht "so in den griff" bekommen...

...ich fahre auch sehr gerne auto, kann aber duch mein bike-hobby auch sehr gut einschätzen, wie man sich auf dem rad fühlt, wenn mal wieder geschnitten, die vorfahrt genommen bekommt, oder mit 100km/h an einem in nur 50cm vorbeigerast wird. in den meisten fällen geht sowas gut, weil ich immer mit "bekloppten" hinter dem steuer rechne, nur leider häufen sich die fälle wo es nicht gut geht! (:

...nachdenkliche grüße!
michael

Radsport = Lebenseinstellung hat gesagt…

Viele Autofahrer meinen einfach, dass sie dazu befugt wären die Radfahrer blöd anzumachen, weil diese mal nicht so fahren wie es der Autofahrer gerne hätte. Oft können Kfz-Fahrer die Situation des Radfahrers eh nicht objektiv beurteilen und provozieren trotzdem. *kopfschüttel*

Grüße

Matthias

Anonym hat gesagt…

Wir Radfahrer sind doch eh die Deppen der Nation. Gegen Autofahrer ziehen wir den Kürzeren und wenn wir Radwege benutzen (übrigens Pflicht wenn einer vorhanden ist!!!) und uns ein Fußgnger reinläuft sind wir auch wieder Schuld. Der Radweg wird als Parkraum genutzt und wir dumm angemacht, wenn wir uns darüber aufregen.

Manchmal möchte ich mit einer Kettensäge mir den Weg auf dem Radweg bahnen. Da würde bestimmt so manch Autobesitzer blöd schauen, wenn im sein Vorderteil fehlen würde.

Gruß aus Kassel
Torsten

Martin hat gesagt…

Ja ja ...
wem geht das nicht so. Auf meinen täglichem Weg zur Arbeit kann ich zum Glück die meiste Strecke am Pegniz-Grund entlang fahren und muss nur einen kleinen Teil auf Strassen zurück legen.

Es ist aber nicht so das es nur die Autofahrer sind. Man vergesse nicht die militanten Stöckchen-Terroristen die bevorzugt in Rudeln auftreten und gerne mal den ganzen Platzt des Weges stoisch verteidigen. Abends wenn Rush-Hour ist, schalten leider auch da viele Menschen ihr Hirn aus (lassen es im Auto liegen wenn sie Inline fahren gehen). Sie denken scheinbar es gibt sonst niemanden der den Weg auch nutzen möchte und nach links oder rechts schauen ist nicht nötig.

Das Stichwort ist wie immer Rücksicht und Toleranz den anderen gegenüber. Mitdenken ist auch ne tolle Sache ;)

Zum Thema Autofahrer und die Einschätzung von Radfahrern. Es gibt viele die gerne die Rollen tauschen. Sitzen sie am Bike wird auf die Autos geschimpft und kaum im Auto wird über die scheiss Radfahrer hergezogen und auch entsprechend gefahren ...

Idioten gibt es leider auf beiden Seiten - zum Glück ist es eine Minderheit ;)


Gruss
Martin

Unknown hat gesagt…

Ist ja beruhigend zu wissen, daß es bei den Verkehrsordnung-liebenden deutschen Bürgern gleich abgeht wie in Italien.
Finger immer auf Bremshebel, aufpassen und für die idiotischen Autofahrer mitdenken, denn wenn was passiert, zieht man ja als Radfahrer immer den kürzeren.
Habe mir aber dennoch angewohnt mit einer moderaten Aggressivität zu den Radübergängen hin zu fahren, denn ansonsten bekommt man von den lieben "NIE-Radfahrern" keine Vorfahrt.

ciao
Matthias.

adben.de hat gesagt…

Komisch irgendwie kommt mir Deine Erzählung bekannt vor. Zu meinem Beitrag Mountainbiker zerstören die Natur tauchte innerhalb kürzester Zeit, der Kommentar zum "Feindbild Mountainbiker" auf. Mag es an unserem Aussehen liegen ("schweres" Bike, Helm, Handschuhe, etc), dass man uns über die Radfahrervorurteile hinaus auch noch aus Kreisen der Radfahrer und Fußgänger für eine besondere Gruppe hält?

Es ist schafft zwar keine Abhilfe, allerdings beruhigt es ungemein von anderen gleiche Geschichten zuhören. Bei so gut wie jeder Tour würde man mindestens einmal Opfer eines Autofahrers, wenn man selbst nicht reagieren würde.

Ich befürchte eines guten Tages, werde ich einen Crash nicht vermeiden können. Selbstverständlich (aus juristischer Sicht) bin ich als Radfahrer mit 20-25 km/h zu einem Großteil Mitschuld. Wobei ich es mir in einspurigen Straßen angewöhnt habe wirklich mindestens 1 m Abstand von geparkten Autos zuhalten. In der Regel lassen einen die Autofahrer in Ruhe.

Kein anderer Verkehrsteilnehmer wird derart von anderen bedrängt, übersehen und mit gefährlichen Manövern bedrängt.

"Idioten gibt es leider auf beiden Seiten - zum Glück ist es eine Minderheit ;)"
Hm da bin ich mir nicht sicher. Ich würde eher formulieren, dass es zum Glück nur wenige gibt die vorsätzlich handeln. Der Rest ist denke ich zumindest zum Teil lernfähig.

Anonym hat gesagt…

kann Dich gut verstehen. Ich fahre mit dem rr generell auf der Straße. Allerdings bremse ich jetzt öfters, weil schon mal unverschuldet Unfall mit Auto (rechts vor links) Er hatte mich angeblich nicht gesehen *kopfschüttel* Ansonsten hupen DIE immer nur, weil bei der Geschwindigkeit die ich immer fahre, würde IHR hübsches Köpfchen lustig im Wind flattern und SIE würden kein Wort mehr sprechen können. Dann find ich auch immer "lustig",wenn man an eine Ampel kommt und DIE merken, daß ich auch an die Ampel will, Pole-Position, verstehst, dann fahren DIE immer ganz rechts rüber, so daß ich keinen Platz habe. An der nächsten Kreuzung, da hab ich SIE immer wieder eingeholt, setzt dann der Erziehungsprozeß ein. Da mache ich dann Andeutungen, IHRE Tür mit meinen Schuhen zu demolieren. An der nächsten Kreuzung hab ich dann "meinen" Platz.
Rücksicht und Respekt fühlt sich anders an.

ebenfalls nachdenkliche Grüße
aus Berlin

Olaf

P.S.:Radwege müssen in einen entsprechenden Zustand sein, ohne Glas, Baustellen, Löcher, losen Plastersteinen, Baumwurzeln....
Neulich eine Baustelle auf dem Radweg über eine Länge von 5m! Aber erstmal Radverbotsschilder vorn und hinten aufgebaut.

S.A.F.E - Instruktor hat gesagt…

hallonochmal,

ja war echt krass gestern. 3 x bin ich dem "vomradrunterschubbser" entgangen. die leute merken es nichtmal. aber am besten war der kleine lieferwagen der mich darauf aufmerksam gemacht hat doch auf den radweg zu "müssen" soweit ich weis haben wir hier noch KEINE radwegsbenutzungspflicht. vorallem dann nicht wenn der radweg entsprechenden zustand hat!!! ich bin auch noch NIE von einem polizisten angehalten worden weil ich NICHT am radweg fahre. und da standen shcon einige neben mir an der ampel. ich finde radwege die sich ihren platz mit dem gehweg teilen unverantwortlich und risiko voll. warum kann man beim starssenbau nicht gleich genug platz einrechnen und hier die fahrbahn für die radfahrer kennzeichnen? dürfte nicht soviel kosten verursachen.

kalle hat gesagt…

jaja, die probleme kenne ich auch(und jeder andere radler wohl ebenso), besonders nett sind übrigens diese disco-ochsen die mit ordentlich bass über die straßen heizen, aber weder blinker, noch sspiegel, noch schulterblick kennen, so eienr hat mich letztens dann auch nach rechts mitgenommen, der erste kommentar war:"ey mann, wo ist der radweg?"

Anonym hat gesagt…

mich haben auch schon etliche Polizisten überholt. Keiner hat es "gewagt" mich auf die Radwegbenutzerpflicht hinzuweisen.
Klar könnten die sofort einen Schein ausstellen, aber ich glaube die wissen auch, daß man auf der Straße einfach besser gesehen wird, besser als sinnlos kreuzende Radwege oder Rad/Fußgänger Unfälle.

schönes unfallfreies We

wünscht Olaf

Anonym hat gesagt…

ich fahr länger fahrrad als auto und so habe ich es mir angewöhnt radfahrer besonders zu achten. grad der abstand zu radfahrer wird von mir sehr großzügig gehalten, da ich persönlich zwar gern kuschel, aber nicht mit z.b. lkw's.^^ mach dir nichts, aus den nervenden menschen. mich ermahnte ein alter herr neulich auch bei absolut leerer meist unbefahrener seitenstraße den entsprechenden bereich für radfahrer zu verwenden. ich fuhr mit einem freundlichen lächeln weiter. anprangern muss ich jedoch mal eine bestimmte gruppe von radfahrern. meist ältere... straßenmitte, ganz langsam und total unsicher... zeichen werden nicht gegeben und man denkt sie fallen gleich um und bleiben direkt vor deinem auto liegen. das könnt der grund für die wut vieler auf zweiradler auf straßen sein. ^^

S.A.F.E - Instruktor hat gesagt…

hallo ihr, danke für die anregende diskussion ;-) werde mich gleich verkehrsarm durch den wald kurbelnd aufs rad setzen ;-) bis morgen *wink*

Unknown hat gesagt…

a propos RADWEGBENUTZUNGSPFLICHT: genau am selben Tag wie dein Post geschrieben wurde lese ich in der Südtiroler Tageszeitung, daß die Polizei Strafen in Höhe von 21 Euro austeilen kann, falls man auf der Straße fährt, obwohl daneben ein Radweg ist. Das Gesetz im Straßenkodex ist mir zwar unbekannt, aber gibt dennoch zum Nachdenken. Und das beste war dann auch noch der Titel des Beitrags: Bozen, Stadt der Radfahrer. Daß ich nicht lache.